Reisetipps

Die Katastrophe von Chernobyl 33 Jahre später. Meine Erfahrung dazu

Ich bin froh endlich mal wieder auf Achse zu sein und euch einen
neuen Bericht liefern zu können. Also fangen wir damit gleich an.

Ich wollte dieses Mal keinen weiten Flug antreten, sondern eher in eine Stadt, die sich bei mir in der Nähe befindet. Also entschloss ich mich spontan über Silvester nach Kiew zu fliegen, da die Flugzeit auch nur 2 ½ Std andauerte.

ONE LOVE Espresso Bar


Abends direkt nach der Landung ging es erstmal in das Cafe OneLoveEspresso um mich aufzuwärmen. Ich würde sagen klein aber fein, denn es war sehr schön eingerichtet, man konnte Brettspiele spielen oder auch sich verschiedene Bücher aus dem Regal nehmen, um sie zu lesen. Die Preise waren in Ordnung ab 75Hu bekam man ein Stück Kuchen und ab 70Hu bekam man eine Tasse Kaffee. Das Wasser konnte man sich gratis zum Trinken von einem extra Tisch nehmen.

Kakao mit Mandelmilch 75 UHA (2,45 €)
Karottencreme Kuchen mit Nüssen
75 UAH (2,45 €)
Käsekuchen 110 UHA (3,60 €)

Voller Motivation und aufgewärmt entschloss ich mich zur St.Andreas Kirche zu gehen. Meines Erachtens nach ist das ein sehr schönes. Wahrzeichen von Kiew.

St.-Andreas-Kirche, (Orthodoxe Kirche)

Die Innenstadt war sehr groß und vor allem, war es nicht so leer wie ich vermutete, denn einige Leute waren zur späten Stunde noch unterwegs. Das erste was mir auffiel war die festliche Beleuchtung.
Ich muss sagen Kiew bietet einiges, um auch Abend einen Sparziergang einzulegen.

Selbst die Supermärkte hatten hier
24 Stunden geöffnet. In manchen Märkten musste man aber eine längere Wartezeit in Kauf nehmen, da die Kassierer erst nach 20 Minuten an die Kassen kamen, Trotz Schlange, hatten Sie noch ihre Kühltheke in Ruhe eingeräumt. Die Leute hier sind scheinbar sehr geduldig und bringen eine Menge Zeit mit sich. In einigen 24 Stunden Supermärkten gab es sogar W-LAN. Was ich als Tourist super praktisch empfand. Durch meine Entdeckungsreise
war es ganz schön spät geworden und ich machte mich somit auf den Heimweg.

Am nächsten Morgen, mit nur 4 Stunden Schlaf, ging es zur Chernobyl Tour.
(Ich buchte bei Chernobyl Exclusive Tours, das war die einzige Tour, die am 31.12 geöffnet hatte.)
Der Treffpunkt war um 7:30 Uhr und um ca. 8:00 Uhr sollte es los gehen. Jedoch hat das ganze 20 min länger gedauert, sodass meine Gruppe und ich um 8:20 Uhr mit einem kleinen Bus losgefahren sind.

Im Bus läuft eine Dokumentation über Chernobyl, wie alles geschah und wie es weiterging. Damit die Leute einfach darauf vorbereitet waren was auf sie zukommen mag.
Wenn man aus dem Fenster schaute, gab es weit und breit nichts zu sehen außer
schneebedeckte Landschaften.

Am ersten Checkpoint nach 2 Stunden Fahrt befand sich ein Infopoint, der gleichzeitig ein kleiner Shop für Snacks und warme Getränke war. Die Schranke danach wurde von Soldaten bewacht, die alle eine Ak47 mit sich trugen. Hier benötigte ich meinen Reisepass und die Papiere, die man vom Tourbegleiter bekommen hatte, um durchzukommen.

Endlich in der Sperrzone angekommen stieg ich aus dem Bus und betrachtete mit den anderen Tourmitgliedern das Andenken der 183 Städte, welche davon betroffen waren. Die weißen Schilder befanden sich in einem Radius von über 25 km und die schwarzen unter einem Radius von 25km.
Es gab während wir liefen ein paar kleine Berichte hierzu vom Tourleiter, doch trotz allem wurde ich bei dem ganzen einfach nicht warm…wir stiegen in den Bus und fuhren somit weiter, da es gegen 11:30 Uhr Mittagessen in einem der sicheren Gebäude dort gab,
welches zu 100% nicht kontaminiertes Essen anbietet.
Dieses bekommt ihr für rund 10$ (8€)
Ihr müsst euch vor Tourbeginn anmelden, da keine Pflicht besteht daran teilzunehmen.

Als Vorspeise gab es eine Suppe mit Bohnen, Karotten, Kartoffeln sowie Kräutern.
Dazu gab es noch einen kleinen Beilagensalat.
Als Hauptgericht gab es Hähnchenbrust mit Kartoffeln.
Das ganze war leider sehr enttäuschend, denn dieses Hähnchen war einfach nur trocken.
Ich kann euch sagen die anderen aus der Gruppe haben sich vor Beginn der Tour Sandwiches gekauft, das hätte genauso gut gereicht. Die 10$ waren diese Mahlzeit nicht wert.
Nach dem Essen ging es gleich wieder los, in diesem Moment ging mir nur eine Frage durch den Kopf, wird das Ganze noch besser oder wird dies hier eine quälende Tour? Denn wie die meisten wissen, bin ich eigentlich einer der seine eigenen Touren macht und nicht auf diesen Tourismuskram mit einer Gruppe steht. ;(  Achja Falls man dringend zur Toilette muss, rate ich euch es hier noch zu tun. Diese waren mit Abstand die saubersten.
An der Hauptstraße fuhren wir an einer Bushaltestelle vorbei die komplett mit Teddybären und andere kindliche Sachen bemalt worden war. Die Bürger wurden somit verarscht und die Regierung behauptete es sei ein Kindercamp. Aber in Wirklichkeit war es ein Militär Gelände mitten im Wald.

Der nächste Anhaltspunkt war das Duga Radar (Woodpecker Radar).
Es wurde während des kalten Kriegs von der UdSSR genutzt damit Sie immer wussten, wann eine Rakete gestartet wurde. So konnte die UdSSR rechtzeitig reagieren. Also diente dies einem Raketenabwehrsystem.

Der nächste Halt war der Kindergarten von Chernobyl, was ich persönlich krass fand, denn am Eingang befand sich ein Baum auf der rechten Seite. Dieser hatte bei meinem Geigerzähler 9,20 Sievert angezeigt! Bedenkt hierbei jeder Winkel dieser Erde hat gerade mal 0,15 Sievert. Der Baum war also kontaminiert und dies gerade nicht wenig!
Aber im Kindergarten drinnen waren es wieder etwas niedrigere Werte wie 0,45 Sievert.
Endlich gab es mal was aufregendes zu sehen.
Überall befanden sich massenweise Gegenstände von der damaligen Zeit wie Papiere, Kinderpuppen, Betten und noch einiges mehr, wie ihr sehen könnt.

Hier befanden sich Kinderbetten, in denen sie ihren Mittagsschlaf hielten.
Es war schockierend dies anzusehen und darüber nachzudenken.
Wie in einem Horrorfilm.

Nun stand wieder eine längere Busfahrt an, diesmal ging es zum 4 Reaktor.
Der Reaktor mit dem Denkmal, welches sich direkt davor befindet.

Hier seht ihr das Denkmal und im Hintergrund befindet sich der 4. Reaktor, natürlich ist er voll ummantelt. Trotzdem hatte ich großen Respekt vor dem Mantel, ich mein das Ding hält einfach die ganze Radioaktivität im Inneren fest.
Der Tourleiter meinte, sollte jemand dort hinein gehen dann ist die Strahlung so hoch, dass es nur 5-10 Sekunden dauert bis jemand stirbt. Es ist einfach der Wahnsinn. Man steht direkt davor, sieht diese Statue und im Hintergrund siehst du genau den Hauptgrund für diese Katastrophe. Es wurde nicht nur ein Gebiet verstrahlt, sondern ganz Europa…(ich hatte großen Respekt vor dem Gebäude! Und auch vor den Menschen die sich dafür eingesetzt haben!)

Es ging weiter zur Innenstadt von Chernobyl. Es war alles da, Wohnbausiedlungen mit
einem Hotel, Einkaufszentren und ein Sportpark.
Alles wurde verwüstet, wie ihr sehen kannst.
Ich finde es persönlich sehr traurig, da vieles durch den Vandalismus zerstört oder entwendet wurde. Was ich einfach nicht nachvollziehen kann!

Es ging zu Fuß weiter zum Rummelplatz, welcher aufgebaut wurde kurz bevor die Katastrophe stattfand.
Leider war es auf der Tour so, dass wir bei bestimmten Punkten, die mir wichtig waren mit der Kamera festzuhalten, einfach zu schnell weiter gingen. Jedoch bei Orten, die für mich zwar interessant waren, aber weniger Wert hatten fotografiert zu werden, wurde sich dafür deutlich mehr Zeit genommen. Worauf in mir der Gedanke wieder aufkam, weswegen ich Touren eigentlich vermeide, denn ich mag es einfach, wenn es nach meinem eigenen Tempo abläuft.
Nun wartete der Bus auf uns damit wir zum letzten Standpunkt fahren konnten.

Bei der Sportanlage sollten wir etwas stiller sein als sonst, denn öfters würde hier die Polizei vorbeischauen, da dieses Gelände eigentlich nicht betreten werden darf.
Ich weiß nicht ob der Tourbegleiter dies beeindruckend rüberbringen wollte oder dies der Wahrheit entsprach. Ich fand es mehr als schwachsinnig, statt es ernst zu nehmen.

In der Schule, die sich nebenan befand, kamen wir in einen Raum voller echter Kindergasmasken. Die Schüler wollten sie nach der Katastrophe nicht anziehen, sammelten die ganzen Masken und schmissen sie in das Klassenzimmer. Bis heute liegen diese unverändert hier, laut Tourbegleiter. Mir kam der Gedanke auf, wie können diese Gasmasken einfach solange da liegen, wenn so viel Vandalismus betrieben wurde und Sachen entnommen worden sein sollten. Also wieso blieben diese unversehrt? ich möchte es jetzt nicht als seltsam beurteilen, jedoch fand ich das mehr inszeniert als glaubwürdig.

Die Tour in Chernobyl war vorbei, nun machten wir uns auf den Rückweg. Um 16.30 Uhr kamen wir an einen Kontrollpunkt, um zu überprüfen, dass wir ja keinen Atom Feinstaub an unsrer Kleidung haben. Dies war eine 2 Stündige Heimfahrt und ich sage hiermit, dass die Tour sich eigentlich gelohnt hatte. Es gab großartige Sachen zu sehen, auch Interessantes und geschichtliches zu hören, jedoch war auch vieles uninteressant und manchmal konnte man den Tourleiter schlecht verstehen. Ich würde, wenn ich die Tour nochmal machen würde, einen anderen Touranbieter buchen. Ansonsten war es sehr witzig im Bus mit den ganzen Deutschen, Polen und andere Nationalitäten. 😀 noch ein Tipp: schlaft genügend, damit ihr bei der Tour gut erholt seid und nicht so wie ich mit nur 4 Stunden Schlaf während der Tour mit der Müdigkeit kämpfe müsst. Die Tour geht von 8 bis 17uhr und anschließend dauert die Heimfahrt noch ca. 2 Stunden.
Ein paar Stunden vor dem Flug dachte ich mir, ich versuche nochmal die Landesküche bevor ich mit keinerlei Erfahrungen über sie zurückreise.

Ich habe eine Überraschung von der Küche erhalten als Willkommensgeschenk, dies ist dort Tradition. 2 Scheiben Brot mit Kräuterbutter und hausgemachter Vodka.
Der Kellner erzählte mir das jeden Tag alles frisch gekauft und selbst zubereitet wird. 

Als Vorspeise gab es Borsch eine typische Suppe die eigentlich von Polen bis nach Russland
beliebt ist. Sie schmeckt nach roter bete mit einigen Kräutern und einem Stück zartem
Fleisch darin. Dazu gab es Sour cream, um den Geschmack etwas abzurunden.
Dazu habe ich mir extra ukrainschen Lard (Speck/Bacon) bestellt. So kommt der Speck auf ein Stück Brot, darauf die Senf Sauce und dazu selbstverständlich die Borsch Suppe 🙂
SUPPPERR lecker

Als Hauptgericht gab es Vareniki (So etwas wie Dumping) mit Hasen gefüllt und einmal mit Kartoffel/Pilz Füllung. Auch hierzu gab es wieder Sour cream.

Ich wartete ganze 15 minuten auf meine Nachspeise. Ich dachte schon der wird ganz frisch gebacken, so hatte er dann aber auch geschmeckt mein Honigkuchen. Yummi Ich muss sagen es hat alles sehr frisch und super lecker geschmeckt, Ich kann das Restaurant wirklich empfehlen.

Das Ganze hatte mich 500 UAH gekostet (15€) für ein 3 Gänge Menü.

Kurz vor dem Abschluss besuchte ich noch einmal ein kleines Café, solche sind eigentlich alle 200 m zu finden. Aroma Kava, hier vorne alles to-go und im Hintergrund seht ihr das Café wo man sich hineinsetzen kann und eine Menge an belegten Sachen, sowie Kaffee oder Tee bekommt.

Zum Abschluss besuchte Ich einen Miniso store.
Seit ich mal in Shanghai gewesen bin, liebe ich Miniso. Die Stores sind aus Japan und bieten einfach jede Art von Gadgets für wenig Geld an. Ich kann euch die Stores nur ans Herz legen. Ich hatte mal vor 2 Jahren ein Androidkabel für 1,40 € aus einem der Stores von Shanghai mitgenommen, das Kabel ist genauso gut wie irgendwelche 7 € Kabel aus dem Internet. Also verpasst diese Chance nicht wenn ihr einen dieser Stores entdeckt. J (Leider werden die Preise aufs Land angepasst so, kostete ein USB Kabel hier in Kiew 4 €.)

Zu guter Letzt hier noch ein paar Infos von mir:


31 UAH = 1 €

+ Am Flughafen empfehle ich euch direkt an einem SIM-Karten stand, eine Lifecell SIM-Karte zu kaufen, denn diese kostet nur 300UAH = 10€ und ihr bekommt 20GB Datenvolumen, 150sms und 150 frei Minuten, ihr habt richtig gelesen 20GB…ich habe noch nie in meinem Leben eine SIM-Karte mit 20GB für 10€ gesehen. Ich hatte nie wirklich Probleme mit dem Empfang nur in Chernobyl gab es einige Funklöcher.

+ Wer Zigaretten für seine Verwandten oder Freunde mitbringen möchte sollte das unbedingt in der Stadt machen. Überall gibt es kleine Kiosk, mit vielen verschiedenen Arten von Zigaretten. Ein Schachtel Marlboro kostet hier 42 UAH (ca. 1,30 €) eine Stange 420 UAH (ca. 13 €) zum Vergleich am Flughafen, eine Stange Marlboro kostet 28 €!
Pro Person darf man nur 1L Spiritus und 1 Stange mit 200Zigaretten zollfrei mitbringen.

+Geldabheben an jeder Bank möglich, manche Türen haben ein schloss, da einfach die karte in das Kartenlesegerät an der Tür stecken und schon geht sie auf

+ Uber ist in diesem Land vertreten, was sehr vorteilhaft ist, denn ich hatte nicht so viel Zeit, um die U-Bahn oder den Bus zu nehmen.

+ Ich hatte Menschen getroffen welche perfekt Englisch sprachen und auch Leute die nur halb englisch gesprochen haben, jedoch war das nie ein Hindernis.

Achtung ich konnte bei der Chernobyl Tours: Nur 20 € per Paypal anzahlen den Rest muss man vor ORT bar in Dollar oder Griwna (UAH) bezahlen. Man könnte auch mit Kreditkarte bezahlen, darauf kommen aber dann nochmal 2,5% zinsen drauf. Diese Informationen wurden erst nach der Buchung genannt!

Die Kosten pro Person:

Der Flug hat 132€ gekostet.

Die Unterkunft 150€

Die Chernobyl Tour 80€ inkl. Essen

Ich hoffe, der Artikel hat euch gefallen, sollten noch Fragen offen sein, könnt ihr mir gerne hier im Blog schreiben, ich würde mich über euer Feedback und eure Kommentare freuen. Gerne dürft ihr den Artikel auch teilen!  🙂

  • Ich hoffe, der Artikel hat euch gefallen, sollten noch Fragen offen sein, könnt ihr mir gerne hier im Blog schreiben, ich würde mich über euer Feedback und eure Kommentare freuen. Gerne dürft ihr den Artikel auch teilen!  🙂 

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